Unser Rorbuer auf den Lofoten

Übernachten: Rorbuer Lofoten

Heute Abend sind wir im Rorbuer auf den Lofoten angekommen. Es sind unsere zwei letzten Nächte bis zur Heimreise.

Die ca. 60 Km-Fahrt mit dem Bus vom Hafen in Svolvær bis hierher dauerte knapp zwei Stunden. Die Strassen sind schnee- und eisbedeckt. Wir fuhren über Brücken und durch Tunnel, die zum Teil noch im 2. Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht gebaut worden sind. Im Dezember war eine Brücke wegen Sturmwinden gesperrt. Wir hätten zu dieser Zeit nicht durchfahren können.

Rorbuer sind ehemalige Fischerhütten, die von den Fischern für die saisonale Fischerei genutzt worden sind. Heute sind es mehrheitlich Touristenunterkünfte. Geheizt wird mit Strom. Strom wird in Norwegen hauptsächlich aus Wasserkraft produziert und ist billig. Das Öl und Gas wird vom Staat an andere Länder verkauft und bringt Devisen ins Land und Wohlstand für die Norwegischen Bürger.

Multe Bakery

Stockfisch- und Bieraroma Glace in der Multe Bakery

Das Café auf Deck 7 bietet ein schönes Angebot an Espresso, Tee, Kuchen und auch Glace. Die Glace-Aromen erinnern etwas an Harry Potters «Bertie Botts Bohnen aller Geschmackssorten». Man kann hier u.a. Glace mit Stockfischaroma oder Biergeschmack haben.

Kirkenes

In Kirkenes ziehen Einheimische die Handschuhe erst ab -20 Grad an!

Wir treffen in Kirkenes ein. Heute haben wir Glück. Offenbar ist es nicht selbstverständlich, dass die Hurtigruten-Schiffe im Winter diesen Hafen anfahren können. Gestern konnte das Schwesternschiff MS Richard With diesen Hafen wegen starker Winde und hoher Wellen nicht ansteuern. Heute zeigt sich sogar die Sonne und es ist für Kirkenes mit -12 Grad ein eher milder Tag. Die Einheimischen brauchen bei solch «milden» Temperaturen noch keine Handschuhe anzuziehen. Wir Besucherinnen und Besucher sind aber dick eingepackt. Die letzten Tage zeigte das Thermometer -35 Grad an. Die Barentsee vor Kirkenes ist ganz leicht mit Eis bedeckt. Das sei aber gar kein Problem, sagte man uns. Wenn es dicker wird hat man hier auch einen Eisbrecher zur Verfügung.

Nach einer kurzen Busfahrt auf der vereisten und schneebedeckten Strasse erreichten wir das Snowhotel. Das Eis auf den Strassen hat permanent eine Dicke von 5-7 cm. Salzen hilft bei dieser Kälte nicht. Mit Spikes ist man aber gut unterwegs. Man kann im Snowhotel u. a. in Eisbetten übernachten, Huskytouren (180 Hunde leben hier) machen und Königskrabben essen. Die einzelnen Zimmer werden jedes Jahr von Eiskünstlern aus aller Welt gestaltet. Dieses Jahr wurden Russische Künstler beauftragt. Da wir nur ca. 3 Stunden Aufenthalt hatten gabs für uns «bloss» das Krabbenessen.

Plastikgeldland

Norwegen ist ein Plastikgeldland


Wir haben bis jetzt noch nie Bargeld benötigt. Alles läuft über Kreditkarte oder Maestrokarte. Es gibt auch Läden oder Restaurants, die Bargeld ablehnen und ausschliesslich Plastik vorschreiben.

Auch hier auf dem Schiff läuft alles über die persönliche Zimmerkarte, mit der man zahlt, zum Essen im Restaurant eincheckt oder beim Verlassen oder Wiedereinsteigen in das Schiff an- oder abmeldet. Wir tragen die Karte mit einer Kordel um den Hals wie «Schlüsselkinder».

Auf dem Schiff wird auf eine gute Händehygiene geachtet. Beim Ein- und Aussteigen oder beim Betreten des Restaurants ist man gebeten, die Hände zu desinfizieren.

Polarlichter

Erstes Mal Polarlichter!

Gestern Abend erlebten wir zum ersten Mal Polarlichter. Leider sahen wir sie nur ganz schwach. Sie waren auch nur kurze Zeit sichtbar, wenn Löcher in der Wolkendecke es zuliessen. Wind und Graupelschauer trieben uns vom Deck weg in die warme Kabine. Am Morgen erfuhren wir von Mitreisenden, dass um zwei Uhr morgens sehr schöne Polarlichter zu sehen waren. Nun warten wir auf unsere nächste Chance.

Weiterhin Sturm

Sturm und Wind von über 100 kmh

Der Kapitän hat beschlossen die fahrplanmässige Station auf den Lofoten auszulassen. Das Schiff hätte das offene Meer überqueren müssen. Es herrscht aber immer noch Sturm mit Wind von über 100 kmh und Wellen von 5 bis 10 Metern. Wir sollten um 21 Uhr ablegen und uns der Küste entlang «schleichen» bis zum nächsten Hafen in Harstad.

Im Norwegen TV erschienen, MS Nordnorge legt im Sturm in Bodø an

Sturm in Bodø

Sturm in Bodø: spektakuläres Anlegemanöver der MS Nordnorge

Unser Anlegen im Hafen von Bodø, während eines plötzlich auftretenden Sturmes, wurde gefilmt und ist im TV bei Meteo Norwegen und an diversen anderen Orten erschienen. Die MS Nordnorge trägt seit diesem Anlegen eine deutliche Beule am Bug. Zwei Mitreisende unserer Reisegruppe sind beim Aufprall an den Kai vom Stuhl gefallen.

Anlegen im Sturm

Auf Youtube ist unser Anlegen ebenfalls zu sehen. Die MS Nordnorge fährt im Sturm geradeaus auf den Kai zu. Unser Kapitän, ein erfahrener Seebär, setzt den Anker und das Schiff dreht sich um den Bug herum quer zum Kai und legt nahezu sanft an.

Siehe auch Masterful control of the ship in a dangerous situation

Ferry NORDNORGE entered Bodo harbor, Norway, and was proceeding to berth, on Jan 21, when suddenly wind strengthened to some 30-35 meters/sec, putting ferry and her Master in a very difficult situation. Understood she couldn’t safely maneuver to skip berthing and wait out until wind quiets down, so Master decided to dock, with onshore wind pushing ferry towards pier. He masterfully controlled ship’s positioning with propulsion and anchor, until the ship finally, berthed alongside pier, as smoothly as if assisted by tugs

Oder: MS Nordnorge docking in Bodø harbor during a storm

Video aus dem Speisesaal

Artikel im Magazin «Stern»:

Stern: Anlegen für Profis: Orkanböen drücken Schiff gefährlich Richtung Pier

Starker Seitenwind überrascht die Fähre MS Nordnorge bei der Einfahrt in den Hafen der norwegischen Stadt Bodø. Windgeschwindigkeiten von 30 bis 35 Metern pro Sekunde schieben die Fähre bedrohlich in Richtung Pier.
Link zum zum Artikel

RTL DE Gefährliches Manöver an Norwegens Küste, Orkan schiebt Kreuzfahrtschiff an die Kaimauer

Link zum Artikel auf RTL DE

Sputniknews: Norwegen: Schiff von Sturmböe beinahe umgeworfen – Video

Das Kreuzfahrtschiff «MS Nordnorge» hat wegen eines extremen Unwetters unter großen Schwierigkeiten im Hafen der norwegischen Stadt Bodø angelegt.

Eine Sturmböe, die auf 30 bis 35 Meter pro Sekunde anschwoll, drohte die Fähre umzustürzen. Die Besatzung war gezwungen, die Motoren auf volle Leistung zu bringen, um eine Kollision mit dem Pier zu verhindern, konnte es aber dennoch nicht vermeiden.
Link zum Artikel und Video auf Sputnikviews

Bodø

Starke Windböen in Bodø

Bodø ist bekannt für schnell wechselndes Wetter und starke Winde. Bei unserem Ankommen werden wir auch von beeindruckenden Windböen empfangen. Die transportieren Gischt vom Meer aber auch Regen. Die Hafenarbeiter kämpfen beim Andocken unseres Schiffs gegen den Wind an. Eigentlich wollten wir einen Stadtspaziergang unternehmen. Aufgrund des aktuellen Wetters beschliessen wir uns um und bleiben im Trockenen.

Polarkreistaufe

Neptun erscheint persönlich zur Polarkreistaufe

Neptun erscheint bei uns auf dem Schiff und begrüsst uns zur Taufe. Erstaunlicherweise lassen sich viele Passagiere taufen. Dabei wird ihnen eine grosse Suppenkelle, gut gefüllt mit Eiswürfeln und Wasser in den Kragen gefüllt. Rosmarie und ich verzichten grosszügig darauf und verpassen damit auch das Glas Schnaps, das an die frisch getauften gratis abgegeben wird.

Mehr zu Polarkreis

Polarkreis überquert

Vor 8 Uhr den Polarkreis überquert

Heute Morgen, kurz vor 8 Uhr, überquerten wir den Polarkreis. Trotz der steifen, kalten Brise verfolgten viele Passagiere das Schauspiel auf Deck 7. Beim Passieren wurde das Polarkreisdenkmal auf der kleinen Insel Vikingen von unserem Schiff mit einem starken Scheinwerfer beleuchtet und mit dem Signalhorn begrüsst.

Auf Deck weht ein steifer, kalter Wind. Gischt sprüht uns ins Gesicht.